Aikido ist eine moderne Budo-Disziplin, die aus den traditionellen japanischen Kampfkünsten und den philosophischen Inhalten des Zen-Buddhismus hervorgegangen ist.

Begründet wurde Aikido von Meister

Morihei Ueshiba (14.12.1883 - 26.04.1969), der die

Prinzipien des Aikido in jahre­langem Studium und praktischem Üben entwickelte.

Im Jahre 1927 gründete Ueshiba-Sensei eine erste

Aikido-Schule in Tokyo. Inzwischen ist Aikido von

den Schülern Ueshiba-Senseis in nahezu alle Län­der

der Welt weiterverbreitet worden.

 

Aus dem Japanischen übersetzt beschreibt Aikido die Methode oder den Weg (DO), der die Harmonie und Ergänzung (AI) der körperlichen mit der geisti­gen (auch seelischen) Kraft (KI) als Ziel anstrebt.

 

Aikido ist ein dynamischer Weg der Selbsterfah­rung.

Aikidoübungen bewirken das Erkennen von Verspannungen, inneren Blockaden, auch Ängsten und fördern die Entwicklung des in jedem Menschen vorhandenen Potentials an Flexibilität, Spontanität und Kreativität und machen dieses frei verfügbar. Das gemeinsame Üben mit einem Partner ist äuße­rer Ausdruck der Harmonisierung von Körper und Geist des Einzelnen.

 

Aikido ist Kampfkunst.

Der Übende studiert Kampftechniken und übt dabei die Beherrschung seines Körpers sowie die Kon­trolle seiner Emotionen, so daß in fortgeschrittener Form Haß und Gefühle emotionaler Unausgegli­chenheit gegenüber anderen, einem Angreifer, überwunden werden können. Aikido schließt jede Art von Wettkampf und Leistungsvergleich aus. Es zielt nicht darauf ab, Aggressivität zu entwickeln. Der Begründer, Morihei Ueshiba wählt hierfür die zunächst widersprüchlich erscheinenden Worte: “Das Ziel des Weges der Kampfkunst ist die Freundschaft”. Zieht man jedoch in Betracht, daß man durch eine fortwährende Auseinandersetzung mit der Thematik und dem konfliktfreien Austausch mit dem Partner seine eigene Persönlichkeit und Umgangsformen schult und die Sinnlosigkeit des Angreifens erkennt, so wird dieser scheinbare Ge­gensatz aufgelöst.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Typisch für Aikido sind runde, fließende aber sehr zielgerichtete und energiegeladene Bewegungen. Die Kraft bzw. der Angriff des Gegners wird aufge­nommen und durch eine Wurf oder eine Haltetech­nik neutralisiert. Die ausgeführten Bewegungen laufen nicht den Gesetzen der Natur entgegen; so wird nicht Schlag mit Schlag oder Kraft mit Gegen­kraft beantwortet (bildlich ausgedrückt: “Das Wasser umspült den mächtigen Stein.”). Die Bewegungen im Aikido sind

daher kreis-, kugel-, wellen- oder spi­ralförmig, niemals jedoch eckig. Ferner entwickelt sich ein Gespür für bedrohliche Situationen und der richtige Abstand zum Gegner wird intuitiv gefunden.

Die Bewegungen werden gemeinsam geübt, ent­spannt und locker, ohne Anwendung von Muskel­kraft. Nicht zuletzt dadurch ist AIKIDO für Kinder, Jugendliche, Frauen, Männer und ältere Menschen gleichermaßen geeignet.

 

Die Aikido-Gymnastik besteht aus Übungen zur Dehnung der Sehnen und Lockerung der Muskula­tur; Atemübungen dienen der Erwärmung des Kör­pers; die inneren Organe werden durch Drucktech­niken stimuliert und dadurch besser durchblutet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aikido wird nur mit dem Körper, als Aikitai, oder mit Waffen, als Aikijo bzw. Aikiken geübt.

Jo, der ca. 1,30m lange Holzstab, und Bokken, das Holzschwert, sind Waffen im Aikido. Ur­sprünglich als Waffen zur realistischen, kämp­ferischen und kriegeri­schen, und damit zur zerstörerischen Ausei­nandersetzung ge­braucht, erfuhren die Waffen des traditionellen Bojutsu und Kenjutsu im Zeitalter der Atombombe im Aikido eine neue, ver­änderte Bedeutung. Unter Beachtung technischer und taktischer Prinzipien des Stock- und Schwert­kampfes entwickelten sich Jo und Bokken zu Mitteln einer Kampfkunst, die es dem aus Ausübenden er­möglichen, in Einzel- und Partnerarbeit seine kör­perliche und geistige Haltung zu schulen, Kraft und Energie zu entwickeln, diese zu kontrollieren und die Prinzipien des Aikido auf andere Art bewußt zu ma­chen. Beziehungen zu Mitmenschen können besser verstanden werden, wodurch sich Möglich­keiten zu friedvollen Konfliktlösungen ergeben.